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Ja, ich bin Freimaurerin - und überzeugt davon, dass dies die menschenwürdigste und edelste aller Bewegungen ist - jedenfalls von der Idee her.

Ist es aber auch hier wie mit so manchen Ideen - z.B. denjenigen von Religionen? Gott wäre ja recht, aber sein Bodenpersonal ...



Freimaurer wollen die Welt verbessern, fangen damit aber bei sich selbst an.

Die Freimaurerei ist in erster Linie eine Initiationsgemeinschaft.
Den Studien aller universellen Probleme gegenüber hat sie eine offene Einstellung.
Ihre Methoden, die sich auf die Symbolik und die Philosophie stützen, zeigen den Anhängern ihren wahren Platz in der Natur und in der grossen menschlichen Familie.
So gesehen ist die Freimaurerei eine weltumspannende Vereinigung, die auf Solidarität beruht.

Freimaurer und Freimaurerinnen leisten sich gegenseitig unter allen Umständen Hilfe, Schutz und Beistand.
Das Ziel der Freimaurerei ist die moralische und geistige Vervollkommnung der Menschheit.

Das Motto der Freimaurerei lautet: FREIHEIT - GLEICHHEIT - BRÜDERLICHKEIT.

Die Freimaurerei richtet sich an alle verständigen Menschen guten Willens, die das Bedürfnis haben, an der ständigen Verbesserung der Menschheit mitzuarbeiten.

Die Freimaurerei ist unabhängig von jeglicher Religion, von jeglicher Ideologie, von jeglichem metaphysischen Konzept.

Das Ziel der Freimaurerei ist die ständige und grenzenlose Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit, wobei jeder Mensch respektiert und ihm vollkommene Gewissensfreiheit gewährt wird; die Freimaurerei kennt keine Dogmen und fordert keinen bestimmten Glauben von ihren Anhängern.

Die Freimaurerei lehrt die Menschen, sich zu lieben, einander zu helfen und sich zu vereinen, um harmonisch zusammenzuleben.
So lauten die Prinzipien einer universellen Moral, die von allen Völkern angenommen und bei allen Gelegenheiten angewandt werden kann.

Die Aufgaben, welche die Freimaurerei ihren Mitgliedern stellt, sind

     - wohl zu denken
     - wohl zu sprechen
     - wohl zu handeln
     - die Suche nach Wahrheit fortzusetzen
     - im Tempel zu lernen, wie man die Ideen von Freiheit, Gleichheit,
        Brüderlichkeit, Toleranz und Solidarität verwirklicht, um sie in der
        profanen Welt anzuwenden
     - die grossen sozialen und moralischen Probleme zu überdenken (ein
        Beitrag von mir hierzu siehe unter "mein Hauptanliegen")
     - durch die Ausübung des freimaurerischen Ideals an der fortschrittlichen
        Entwicklung der Menschheit mitzuarbeiten

Die Freimaurerei ist sich des Fortbestandes ihrer Ideale bewusst. Damit steht sie ausserhalb aller religiösen Sekten, philosophischen Lehrmeinungen, aller politischen Parteien und parteiischen Meinungen.

Damit schafft sie die Grundlage für Verständigung und eine brüderliche Auseinandersetzung in vollkommener Toleranz.

Jeder Freimaurer / jede Freimaurerin ist frei und nur seinem / ihrem Gewissen verpflichtet. Er / sie betrachtet die Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit als notwendige Aufgabe.



Dass ich als Freimaurerin von keiner lebenden Person Nichtfreimaurern gegenüber aussagen darf, dass sie dem Freimaurerbund angehört, finde ich richtig. Freimaurerei war und ist in den meisten totalitären Staaten verboten - die Bürger sollen halt nicht frei denken und handeln! Auch heute noch steht die Mitgliedschaft in einer Freimaurerloge in einigen Ländern für die Staatsangehörigen unter Todesstrafe!

Dass Grosslogen - die Verbände von Freimaurerlogen - andere Grosslogen prüfen, bevor sie diese als freimaurerisch anerkennen, ist sicher gut. Weder der Begriff "Freimaurer" noch der Begriff "Loge" ist ein geschützter Begriff - jeder kann sich so nennen, auch wenn er ganz andere Ziele verfolgt.
Es ist auch möglich, dass eine Loge ein Eigenleben entwickelt und von freimaurerischen Prinzipien abtriftet - so geschehen mit der ehemaligen italienischen Loge P2 Ende des 20. Jahrhunderts.

Einige Praktiken so mancher Grossloge aber verwundern mich. Viele Grosslogen anerkennen andere nicht, obwohl sie sehr wohl freimaurerischen Regeln entsprechen, weil sie beispielsweise

- nicht wie sie selbst von ihren Mitgliedern einen bestimmten Glauben
  erwarten
- Frauen aufnehmen
- in ihren Ritualen Gott nicht oder nicht oft genug vorkommt

Das ist erklärungsbedüftig.

Trotzdem es in den Prinzipien anders verankert ist, verlangen manche Grosslogen von ihren Mitgliedern ein Bekenntnis zu einer bestimmten Religion oder Religionsrichtung. So werden in einigen skandinavischen Ländern keine Nichtchristen aufgenommen! - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit?

Frauen - ein oft heisses Thema! In den noch heute geltenden Aufnahmebedingungen der ersten nachgewiesenen Grossloge heisst es u.a., man müsse "ein freier Mann von gutem Ruf" sein. Sicher entspricht ein Verbrecher nicht dem freimaurerischen Ideal und wer nicht frei ist, sondern Interessen vertreten muss, kann kein freiheitliches Gedankengut und Handeln verwirklichen. Damals aber - zu Beginn des 18. Jahrhunderts - waren Frauen nun wirklich nicht frei.
Dass sich dies heute geändert hat, wollen recht viele sturköpfige (damit freie?) männliche Freimaurer offensichtlich nicht erkennen. Sie behaupten dann nachhaltig, Frauen seien nicht initiationsfähig und anerkennen Frauenlogen nicht, verbieten ihren Mitgliedern den Besuch weiblicher und geschlechtlich gemischter Freimaurerlogen. - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit?

Rituale - damit werden die Treffen von Freimaurern umrahmt und es gibt davon recht unterschiedliche, die einer Tradition entsprechen. Ich selbst bin mit dem "alten und angenommenen schottischen Ritus" freimaurerisch gross geworden und stosse auch nach Jahrzehnten immer wieder auf Stellen, deren Weisheitsgehalt ich noch nicht erkannt hatte.
Manche Grosslogen lassen ihre Logen nur nach einem bestimmten Ritus arbeiten, in anderen entscheidet jede Loge selbst, nach welchem im Rahmen der Grossloge möglichen Ritus sie arbeiten möchte.
Traditionell kommt in den Ritualen ein "oberstes" Prinzip vor, das in Religionen wohl den Begriff "Gott" hätte, der dann aber mehr oder weniger genau definiert wird. In den Freimaurerritualen heisst dieses oberste Prinzip "grosser Baumeister aller Welten" und wird nicht definiert - das bleibt jedem Mitglied frei überlassen.
Einige Grosslogen aber schreiben hier wohl doch so einiges vor und verwenden dies sogar in ihren Ritualen. Wenn dann ihrer Meinung nach andere Grosslogen dies nicht genügend tun, werden sie nicht anerkannt. - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit?

Schwerer verständlich ist, wenn Grosslogen, die obige Praktiken nicht anwenden, sich ihren Mitgliedern gegenüber freiheitsbeschränkend verhalten. Bei der Aufnahme werden Kandidaten geprüft, ob sie "freie Menschen" sind, aber oft müssen sie m.E. nach der Aufnahme einiges an Freiheitsrechten abgeben, obwohl die freimaurerischen Prinzipien die Freiheit des Individuums mehrfach propagieren!
Hier einige selbst erlebte Beispiele.

Rituale - bleiben wir hier bei dem bereits erwähnten alten und angenommenen schottischen Ritus. Eine Grossloge hat - das gilt für alle Riten - das Patent für diesen Ritus. Sie erteilt geprüften Grosslogen die Erlaubnis, ihn in dieser Form in ihren Logen anzuwenden. Entscheidet sich eine Loge dieser Grossloge bei der Gründung für diesen Ritus, gibt die Grossloge ihr diese Erlaubnis weiter.
In einer Internetliste, in der nur Freimaurer und Freimaurerinnen zugelassen sind und in der freimaurerische Themen diskutiert werden, war der alte und angenommene schottische Ritus ein Thema. Zwar kann man grundsätzlich in jedem Buchladen Freimaurerrituale erwerben, aber nicht alle gibt es in jeder Sprache.
Ein Mitglied interessierte sich für diesen Ritus in deutsch. Da ich ihn elektronisch besitze - ich habe ihn selbst von französisch auf deutsch übersetzt - habe ich ihn in der Liste nach seiner privaten E-Mailadresse gefragt, um ihm dies zu mailen.
Jemand hat dieses Mail an meine damalige Grossloge weitergeleitet und ich - zu dem Zeitpunkt selbst dem obersten Führungsgremium der Grossloge angehörend - wurde dort vor ein freimaurerisches Gericht gestellt und wegen dieses "Verbrechens" verurteilt. Begründung: das Ritual "gehört uns nicht".
Jeder aber, der eine Loge besucht, die nach diesem Ritus arbeitet, erlebt das Ritual, kann es wie gesagt in diversen Sprachen im Buchhandel kaufen - und eine Loge, die sich dafür entscheidet, muss es ja auch vorher besitzen! Ausserdem interessieren sich viele Freimaurer für Vergleiche der unterschiedlichen Riten und schreiben Abhandlungen darüber - etwa ohne die Rituale vor sich zu haben?
Gegen wieviele in den Prinzipien propagierte Freiheits- und andere Grundsätze wurde mit meiner Verurteilung wohl verstossen?

Freimaurer feiern gewisse Feste - so auch die Sonnwenden.
In der oben erwähnten Freimaurerliste war die Sommersonnwendfeier Thema. Ich habe in einem Beitrag erwähnt, dass meine damalige Grossloge - die weltweit Logen unterhält - von allen Logen fordert, dass sie im Juni die Sommersonnwende feiern, obwohl auf der Südhalbkugel unserer Erde dann Winter ist und man dort die Sommersonnwende doch eher im Dezember feiern sollte.
Auch dieser Beitrag wurde an die Grossloge weitergeleitet und ich auch deswegen angeklagt, weil ich "die Grossloge kritisiert" hätte, was mir nicht zustünde.
Darf ein Mitglied nicht mehr frei denken und sich frei äussern?

Freimaurerei findet traditionell in drei Graden statt. Mit der Aufnahme ist man Lehrling, wird nach einiger Zeit und einigen Beiträgen in Form schriftlicher Ausarbeitungen Geselle und entsprechend dann auch Meister. Darüber hinaus gibt es Hochgradsysteme, die je nach Grossloge von dieser oder von einer separaten Organisation angeboten werden. Diese Kenntnis ist Allgemeingut und kann bis in tiefe Details öffentlich nachgelesen werden.
Im gleichen Beitrag in der Freimaurerliste, in der ich mich über die Sommersonnwendfeier ausgelassen hatte, habe ich auch erwähnt, dass in meiner Grossloge - die ich nicht einmal namentlich erwähnt habe - nur die Sommersonnwende gefeiert würde, die Feier der Wintersonnwende sei den Hochgraden vorbehalten.
Auch wegen dieser Aussage wurde ich angeklagt und verurteilt: es sei verboten, über die Hochgrade zu reden.
Freiheit?

Nun, all die erwähnten Querelen sind menschengemacht und können damit auch dem Ideal widersprechen. Die persönlichen Erfahrungen liegen einige Jahre zurück und würden möglicherweise unter heutiger Führung nicht mehr stattfinden. Mich haben sie zwar geschmerzt und wütend gemacht, aber nicht daran zweifeln lassen, dass die Idee der Freimaurerei absolut ideal ist!